Hypnose dient als Übersetzer zwischen Kopf und Bauch

 

Nein, mit zweifelhaften Hypnose-Shows auf der Kirmes möchte Siggi Kirch ihre Arbeit nicht verglichen wissen. Seit 2000 hat sie eine Praxis in Dortmund als Heilpraktikerin, kinderpsychologische Beraterin - und als Therapeutin für analytische Hypnose.

"Hypnose wurde zwar zunächst mit dem Wort Schlaf übersetzt", erklärt Kirch, "eigentlich geht es aber darum, sich auf eine Sache, auf einen Punkt zu konzentrieren." Im Grunde kenne jeder solche Momente aus dem Alltag. "Sie schauen einen Krimi, das Telefon klingelt, aber das bekommen Sie nicht mit, weil Sie sich nur auf den Krimi konzentrieren."

Angstzustände, Depressionen, traumatische Erlebnisse hat Kirch dank der analytischen Hypnose bereits behandelt. "Meist dient die Hypnose als Übersetzer zwischen Kopf und Bauch", so Kirch. Das Kopfgefühle, das etwa sage, "du musst diese Arbeit tun" sei den meisten Menschen bewusst, nicht so das Bauchgefühl, das sage "ich habe aber Angst davor". Die Hypnose bringt dieses Gefühl ans Licht. Kirch: "Ziel ist es, die Ursache für eine Erkrankung festzustellen, um an dieser weiterarbeiten zu können." Bei Erwachsenen seien es oft verdrängte Kindheitserlebnisse, die zu Problemen führen. Doch auch Kinder im Schulalter lassen sich von Kirch behandeln.

Wunder sollte jedoch niemand erwarten. Kirch: "Vor der Hypnose steht erst einmal eine klare Diagnose." Eine einmalige Hypnosesitzung bringe keinen Erfolg.

Ihre Hypnosekenntnisse erlangte Kirch unter anderem durch eine Ausbildung bei der Deutschen Gesellschaft für therapeutische Hypnose und Hypnoseforschung in Pirmasens.

Vor ein paar Wochen ist sie mit ihrer Praxis in den Schlosspark Bodelschwingh, Schlossstrasse 93 gezogen. Vor kurzem hat sie ebenso ein Buch mit dem Titel "Der pädophile Patient in der psychoanalytisch orientierten Hypnosepraxis. Täterarbeit ist Opferarbeit" veröffentlicht.
Infos gibt es unter Tel.: 475 46 55 oder im Internet unter www.hypnose-kirch.de.

Erschienen in der
Westfälischen Rundschau am 25.7.2003